München: Das Tramalphabet von M bis R 3.3

Veröffentlicht: 30. August 2011 in München, Stadtverkehr

Als Tourist hat man München gefälligst zu bewundern. Basta. Da führt kein Weg dran vorbei. Aber wofür? Für die Schönheit der Stadt, die Architektur, die Preise? Warum nicht einfach für das hervorragend ausgebaute ÖPNV-Netz! Ein heute sehr bedeutsamer Teil dieses engmaschigen Netzes ist die Straßenbahn, die jedoch vor einigen Jahren noch auf dem Abstellgleis stand. Inzwischen hat sie sich im Netz aus S-Bahnen, U-Bahnen und Bussen behauptet und ihren festen Platz gefunden. Jüngst wurden sogar Erweiterungen gebaut: Die Linie 23 in die Parkstadt Schwabing und die Tram St. Emmeram, die im Dezember eröffnet wird. Der Bau einer Tram-Westtangente ist in Planung.

Einer der ältesten noch im Linienverkehr eingesetzten Straßenbahnwagen ist P-Wagen 2028, welcher am 24.06.2011 mit Beiwagen 3004 auf Linie 21 unterwegs ist. Fotografiert nahe der Haltestelle Olympiapark West.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) betreibt ungeachtet von Baustellen derzeit die folgenden Tramlinien:

12 Romanplatz – Scheidplatz U

15 Max-Weber-Platz U – Großhesseloher Brücke (Verstärkungslinie zur 25)

16 Romanplatz – Sendlinger Tor U

17 Amalienburgstraße – Effnerplatz

18 Gondrellplatz – Effnerplatz (Verlängerung nach St. Emmeram in Bau)

19 Pasing Marienplatz – St.-Veit-Straße

20 Moosach S/U – Karlsplatz (Stachus) S/U

21 Westfriedhof U – Karlsplatz (Stachus) S/U (Verstärkungslinie zur 20)

23 Münchner Freiheit U – Schwabing Nord (Inselbetrieb, Betriebsstrecke Parzivalplatz – Scheidplatz U)

25 Max-Weber-Platz U – Grünwald Derbolfinger Platz

27 Petuelring U – Schwanseestraße

Umfangreiche Änderungen sind nach Inbetriebnahme der Tram St. Emmeram zu erwarten.

Eines der berühmtesten Trammotive Münchens ist das Maximilianeum, Sitz des bayrischen Landtages. Am 25.06.2011 ist R 2.2 2167 auf Linie 19 unterwegs, die wegen Bauarbeiten nur bis zum Willibaldplatz verkehrt.

Im Sommerhalbjahr fährt an Wochenenden und Feiertagen die MünchenTram als Stadtrundfahrt mit Ausgangspunkt am Sendlinger Tor. Dafür wurde der M-Wagen 2412 und sein Beiwagen 3407 entsprechend hergerichtet.

MünchenTram 2412+3407 am 25.06.2011 kurz vor der Haltestelle Sendlinger Tor U.

Letztes Refugium der charakteristischen P-Wagen ist die Verstärkerlinie 21, die zwischen Westfriedhof U und Karlsplatz (Stachus) U/S der Linie 20 folgt. Aufgrund geringeren Fahrzeugbedarfs als Folge verschiedener Baustellen im Netz ist derzeit häufig nur ein Kurs mit den P-Wagen unterwegs. Dafür bieten sich vielfältige Fotomotive.

Ausgangspunkt der Linie 21 ist der Westfriedhof. MVG 2028+3004 werden vor ihrer Abfahrt noch von einem Zug der Linie 20 überholt werden.

Nett ist auch die Haltestelle Olympiapark West, die das P-Wagen-Gespann auf seiner Fahrt zum Westfriedhof erreicht.

Der gleiche Umlauf nochmal am Leonrodplatz.

Ein ganz besonderes Flair verbreiten auch die Innenräume der P-Wagen, hier Beiwagen 3004.

Die Hauptlast des Verkehrs wird jedoch von den Trams der Reihen R 2.2 und R 3.3 getragen.

Die erste Neubaustrecke, die nach langen Jahren des Stillstands gebaut und wiedereröffnet wurde, ist die Linie 23, die als Insellinie von der Münchner Freiheit in die Parkstadt Schwabing fährt. Ein Betriebsgleis in der Parzivalstraße verbindet die Strecke mit dem übrigen Tramnetz.

MVG 2164 an der im Rahmen des Tramneubaus neu gestalteten Haltestelle Münchner Freiheit.

Von der Münchner Freiheit aus verläuft die Strecke zunächst als Rasengleis im Mittelstreifen der Leopoldstraße.

Die Haltestelle Potsdamer Straße ist als Doppelhaltestelle für Tram und Bus gestaltet. Am 24.06.2011 hält MVG 2151 hier und wird gleich die Endhaltestelle Münchner Freiheit erreichen.

Hinter der Haltestelle Parzivalplatz verlässt die Tram die Leopoldstraße und fährt in einer S-Kurve auf die Station Am Münchner Tor zu. Ab hier verläuft die Strecke entlang eines ehemaligen Industriegleises.

MVG 2151 hat auf seinem Weg in die Parkstadt Schwabing soeben die Haltestelle Am Münchner Tor erreicht.

Unmittelbar an diese Haltestelle schließt sich das architektonische Highlight der Strecke an: eine 84 Meter lange Tragseilbrücke, mit der die Tram den Mittleren Ring überquert.

MVG 2104 hat soeben von Schwabing Nord kommend die 84 Meter lange Tragseilbrücke überquert und erreicht gleich die Haltestelle Am Münchner Tor, die in den Planungsunterlagen noch mit dem Namen Schenkendorfstraße verzeichnet ist.

Der Rest der Strecke nach Schwabing Nord verläuft recht unspektakulär abseits von Straßen und endet in einer Wendeschleife mit Überholgleis.

R 2.2-Trams finden sich jedoch auch auf anderen Linien des Münchner Tramnetzes. Daher noch einige weitere Bilder:

Vor dem Hauptbahnhof treffen verschiedene Tramlinien an unterschiedlichen Haltestellen aufeinander. MVG 2132 ist am 24.06.2011 auf Linie 17 unterwegs, das neongelbe Zusatzschild weist auf eine veränderte Linienführung hin.

MVG 2105 fährt am Westfriedhof gerade an einem P-Wagen Gespann (2028+3004) vorbei.

MVG 2170 erreicht auf Linie 18 am 25.06.2011 den Sendlinger-Tor-Platz.

Für eine weitere Nutzungsdauer von 20-30 Jahren werden insgesamt 50 Fahrzeuge der Reihe R 2.2 einem umfassenden Redesign bei der IFTEC, einem Tochterunternehmen der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH, unterzogen. Äußerlich unterscheiden sich die redesignten Fahrzeuge durch die veränderte Lackierung im aktuellen MVG-Farbkonzept mit schwarzem Fensterband von den Ursprungsfahrzeugen.

Der redesignte R 2.2 2125 zeigt sich am 24.06.2011 nahe der Haltestelle Olympiapark West in seinem neuen Erscheinungsbild.

Doch auch der Innenraum wird gründlich verändert: Die Wagen erhalten neue Kunststofffußböden mit dunklem Belag, neue Seitenverkleidungen, gebogene Edelstahlhaltestangen mit gelben Kontraststreifen, neue Sitze mit geschwungenen Rückenlehnen, außerdem werden Doppelbildschirme zur Fahrgastinformation und Videokameras eingebaut. Die Fahrerkabine erhält eine Klimaanlage. Die bisherigen Außenschwingtüren, die sich bei großem Fahrgastandrang als ungeeignet erwiesen haben, werden durch Schwenkschiebetüren ersetzt. Das Platzangebot wächst insgesamt von 156 auf 164 Personen, allerdings gehen vier Sitzplätze verloren.

Der neu gestaltete Innenraum des redesignten R 2.2 2125.

Der zweite Haupttramtyp in München sind die R 3.3-Wagen, die zwischen 1999 und 2001 nach München geliefert wurden und heute in einer Stückzahl von zwanzig Exemplaren vorhanden sind. Sie verkehren aufgrund ihres höheren Fassungsvermögens hauptsächlich auf den stark belasteten Linien 15/25, 19 und 20/21.

MVG 2202 an der Pausenhaltestelle am Max-Weber-Platz.

MVG 2204 auf Linie 20 an der Haltestelle Olympiapark West.

Innenraum des R 3.3 Nr. 2212. Ursprünglich sollten die R 3.3 im Innenraum Holzsitze erhalten, nachdem in Kurven einige Fahrgäste jedoch von ihrem Sitz rutschten, wurden zunächst in den ersten und dritten Fahrzeugteil Polstersitze eingebaut. 2212 hat bereits überall Polstersitze.

Zukünftig wird das Münchner Tramalphabet noch um den Buchstaben S erweitert werden: die von Stadler gebaute Variobahn kommt auch nach München. Derzeit sind zwar schon mehr als fünf Exemplare abgeliefert, die Fahrzeuge haben jedoch noch keine Zulassung und können deshalb noch nicht eingesetzt werden.

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Kommentare
  1. […] vor einem reichlichen halben Jahr habe ich hier das Tramalphabet der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) vorgestellt. Höchste Zeit, auch einige U-Bahn-Bilder hier zu […]

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