Dresden: Alte Bekannte, neue Hybridbusse und andere lange Gelbe

Veröffentlicht: 1. April 2012 in Dresden, Stadtverkehr

Dresden ist für mich zweifelsohne eine der schönsten Städte in Deutschland. Die tolle und angenehm sanierte Altstadt, das wohl unerreichbare Elbpanorama, welches schon einen gewissen Herrn Bernardo Bellotto (besser bekannt als Canaletto) ins Schwärmen brachte – und darüber hinaus bedeutet Dresden für mich, der ich etwa 30 Kilometer entfernt groß geworden bin einfach Heimat.

Zum Jahreswechsel (ui, das ist ja schon wieder drei Monate her…) gings mal wieder in eben diese Heimat. Zwei Mal sogar – einmal am 28.12. und einmal am 04.01. Dabei war ich an Stellen im Dresdner Straßenbahnnetz, die wahrscheinlich bekannt vorkommen, aber auch an einigen seltener porträtierten Punkten der Elbstadt. Wer sich zuvor noch einen Überblick über das Dresdner Straßenbahnnetz verschaffen will, dem sei mein Artikel „Lottchen, Messe und viel Niederflur“ vom 17.09.2011 ans Herz gelegt.

Am und innerhalb des Innenstadtrings

Zentrale Drehscheibe des Dresdner Straßenbahnnetzes ist der Postplatz. Daher begann die Dresden-Tour am 28.12. auch an genau dieser Stelle. Anschließend ging es entlang der Elbe zur Marienbrücke und zum Neustädter Bahnhof:

In direkter Nachbarschaft zur Verkehrsdrehscheibe Postplatz steht der berühmte Zwinger. Die Linien 4, 8, 9 und 11 fahren auf zwei verschiedenen Routen direkt an ihm vorbei. Wagen 2517 wirbt für das wiedereröffnete Straßenbahnmuseum im Betriebshof Trachenberge.

Die Marienbrücke markiert den westlichen Rand des Straßenbahn-Innenstadtrings. Direkt daneben befindet sich die einzige zentrumsnahe Eisenbahnbrücke zwischen den Bahnhöfen Mitte und Neustadt. Ein 45m-langer NGT D12DD überquert die Straßenbrücke auf dem Weg zur Haltestelle Kongresszentrum.

Erste Haltestelle auf Neustädter Seite ist die Haltestelle Anton-/Leipziger Straße, an der die Linien 4, 6, 9 und 11 aufeinandertreffen.

Mitten in der Innenstadt befindet sich die Haltestelle Altmarkt. Wagen 2505 ist auf Linie 4 unterwegs und nimmt den langen Weg nach Weinböhla in Angriff.

Nach Tolkewitz zum alten Betriebshof

Bis Mitte der neunziger Jahre gab es verteilt im Dresdner Netz viele kleine Betriebshöfe. Dann wurde der große Betriebshof in Gorbitz eröffnet, was zur schrittweisen Stillegung der kleineren, unmodernen Betriebshöfe führte. Nicht alle wurden jedoch ganz aufgegeben.

Einer dieser Betriebshöfe befand sich im östlich der Innenstadt gelegenen Tolkewitz, und er wird heute noch zum Abstellen nicht (mehr) benötigter Fahrzeuge genutzt. Aktuell sind hier mehrere Tatrazüge abgestellt. In unmittelbarer Nähe gibt es auch schöne Fotostellen:

Gegenüber des ehemaligen Betriebshofes liegt der Johannisfriedhof. Ein NGT6DD erreicht die gleichnamige Haltestelle.

Ihm folgt Wagen 2512.

Der beliebte Blick in die Gegenrichtung: Wagen 2522 bezwingt die Einfahrweichen des ehemaligen Betriebshofes.

Neu und umweltfreundlich: die Dresdner Hybridbusflotte

Öffentlicher Personennahverkehr ist per se schon umweltfreundlicher als die Nutzung des eigenen Autos. Auch Elektromobilität ist schon seit rund hundert Jahren im Einsatz: bei allen deutschen Straßenbahnbetrieben. Aber nicht immer kann eine Straßenbahnstrecke gebaut werden, sodass Busse aushelfen müssen.

Seit 2006 haben die Dresdner Verkehrsbetriebe Hybridbusse im Einsatz. Inzwischen sind 18 Fahrzeuge verschiedener Typen im Einsatz: Solaris Urbino 18 (Hybrid), Hess BGH-N2C Vossloh-Kiepe-Hybridbus, Mercedes-Benz Citaro G BlueTec(R)-Hybrid sowie MAN Lion’s City Hybrid. Unterwegs sind die drei Gelenkbustypen auf den nachfragestärksten Dresdner Linien:

Den Auftakt für die Hybridbus-Dokumentation macht dieser Hess-Hybridgelenkbus, der kurz vor dem Jahreswechsel auf Linie 94 unterwegs war.

An der Bernhardstraße war ein MB Cityro G auf Linie 61 unterwegs.

Auch konventionelle Busse sind in Dresden unterwegs, unter anderem vom polnischen Hersteller Solaris. Hier zu sehen nahe der Haltestelle Zellescher Weg.

Aus der Gegenrichtung kommt ein Mercedes-Benz Citaro G Hybridbus.

Der letzte Hybridbus, der mir am 04.01. vor die Linse kam, war abermals ein Mercedes Cityro G. Angetroffen wurde er nahe des Betriebshofes Trachenberge.

Zwischen Zschertnitz und Strehlen

An vielen Stellen müssen die Straßenbahnen in Dresden große Steigungen bewältigen. Nicht nur auf der Linie 11 (Bühlau – Zschertnitz) geht es an beiden Linienenden bergauf, aber da mir der Streckenast nach Zschertnitz noch nicht bekannt war, wählte ich diesen am 04.01.:

Bergwärts unterwegs ist Wagen 2819, der nach einer Rechtskurve die Haltestelle Räcknitzhöhe erreichen wird.

Wagen 2830 überquert den Zelleschen Weg.

Am Strehlener Platz erwischte ich den nächsten NGT D12DD.

Letzter Wagen auf dem Zschertnitzer Streckenast war 2816, hier am Strehlener Platz.

Auf Tatra-Jagd

Eigentlich bin ich ja kein Straßenbahn-Historiker. Mich interessiert der aktuelle Betrieb, daher bin ich jedoch umso mehr erfreut, wenn noch etwas ältere Fahrzeuge aktuell unterwegs sind. Schließlich werden solche Bilder sehr bald sehr begehrt sein.

So kann man sich in Dresden freuen, wenn man als Straßenbahnfotograf auf eine Tatra-Traktion trifft. Eigentlich sind ja nur noch Niederflurbahnen unterwegs – aber die Studentenverstärker der Linie E3 zwischen Plauen und Trachenberge werden häufig noch mit Tatras gefahren. Und am 04.01. war der erste Einsatztag der Linie E3 im neuen Jahr, und die Zeit war ideal für den letzten Tatrakurs auf Einrückfahrt nach Trachenberge. Als fotogenen Punkt zwischen Strehlen und Trachenberge suchte ich mir die Haltestelle Synagoge aus:

Der Tatrazug wird aus der anderen Richtung kommen, doch zunächst Wagen 2822, der soeben auf der Carolabrücke die Elbe gequert hat.

Motivtest bestanden: Das passt auch für die Tatratraktion!

Kurz vor der Tatratraktion noch zwei NGT D12DD: Wagen 2832 und ein Artgenosse an der Synagoge.

Dann war es soweit: 224 267 führt die Dreiertraktion an.

Weils so schön ist: nocheinmal die Dreiertraktion! Anschließend gings mit ihr nocheinmal bis zum Betriebshof Trachenberge.

Und von da aus mit der regulären Linie 3 nach Coschütz: das Abschlussbild mit einem auf die Rückfahrt wartenden NGT D12DD.

Glauben Sie mir, die nächste Fahrt nach Dresden kommt bestimmt!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s