KBS 460: Herbst an der Sieg

Veröffentlicht: 21. Oktober 2012 in Eisenbahn
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Der gestrige Tag konnte sich nicht wirklich zwischen Sommer und Herbst entscheiden. Die Temperaturen größtenteils noch wie in diesem Sommer (dem ja zu einem richtigen Sommer auch noch so 15 Grad fehlten), die Stimmung und die Natur schon so wie Herbst. Perfekt also für eine stimmungsvolle Fototour!

Diese führte mich in das Tal der Sieg, denn hier gibts nicht nur viel Natur, sondern auch eine interessante Bahnstrecke. 38 Mal überquert diese den kleinen Fluss, und wenn die Strecke nicht gerade die Sieg überquert, liegt sie im Tunnel. Dazwischen gibts dann auch noch ein paar freie Abschnitte über Land… 😉

Der Tag begann erst am späten Vormittag, aber eher hatte sich die Sonne ja eh noch nicht freigekämpft… Dann führte mich der Weg zum Kölner Unicenter, denn um neue Fotostellen zu entdecken (die nicht nur an den Bahnhöfen und Haltepunkten liegen), benötigt man ein Auto. Gut, an der Sieg wäre auch ein Fahrrad gegangen, Das wären dann aber auch einige Kilometer gewesen. Und so befreite ich den Flinkster-Citroen-DS3 erstmal aus dem Flohmarkttrubel, um dann über die Autobahn bis nach Hennef zu gelangen (sind etwa 40 Kilometer).

In Hennef wollte ich mal kurz am Siegbogen vorbeischauen, dem dortigen Neubaugebiet hatte man ja einen S-Bahn-Haltepunkt spendiert. Dieser wird allerdings, da die S 12 nur einmal in der Stunde über Hennef hinaus fährt, nur im 60-Minuten-Takt bedient. Und fotografierbar war er, zumindest zu der Tageszeit, leider nicht.

Daher ging es wieder auf die Siegtalstraße, vorbei am aus dem Auto nicht sichtbaren Dondorfer See, in Richtung Eitorf. Und in Greuelsiefen (welch greulicher Name ;-)) gabs ein erstes Bild mit einer S 12 nach Au (Sieg):

Eine unerkannt gebliebene ET-423-Doppeltraktion auf dem Weg ins Siegtal hinein zwischen den Halten Hennef Im Siegbogen und Blankenberg.

Nach dem einen Zug ging es weiter, als nächstes Fahrtziel machte ich nun die Burg Blankenberg aus. Von da oben sollte doch eine schöne Aussicht sein. Zuerst wollte ich die Treppe nutzen, die da kurz nach dem Abzweig Richtung Blankenberg hinaufführt, dann merkte ich jedoch, dass sich an die Treppe ein Waldweg anschließt, der mehr um den Hügel herum als obendrauf führt. Also Kommando zurück und doch mit dem Auto hoch!

Vor der Burg gibt es einen kleinen Parkplatz, von dem man sowohl auf die Burg als auch in den Ort gelangt, der sich Stadt nennen darf (Stadt Blankenberg ist nämlich eine Titularstadt, aber Stadtteil von Hennef (Sieg)). Da man vom Ort aus aber keine Aussicht ins Siegtal hat, von der Burg dafür umso mehr, ging ich Richtung Burg. Diese ist im Sommer frei zugänglich, und so erklomm ich den nördlichen Turm. Hoch ist das kein Problem, aber runter wirds mit 1,93 Metern schon eng am Kopf…

Das Ganze wird aber mit einer wunderbaren Aussicht belohnt:

Der vordere (linke) 423er ist leider beschmiert, aber nicht der hintere: S 12 Richtung Düren, vom Nordturm der Burg Blankenberg gesehen. Die Ortschaft im Hintergrund dürfte Oberauel sein.

Für die nächsten Züge wollte ich nun eigentlich wieder runter, rechts von der Siegbrücke gibt es einen Bahnübergang. Zunächst genoss ich aber noch die Aussicht, und auch der Abstieg vom Turm war schwieriger als erst gedacht durch die enge und niedrige Treppe. So kam es, dass nun schon der RE Richtung Siegen drückte und, da die REs in Eitorf kreuzen, auch der RE Richtung Aachen. Und da es auf der Burg ganz nett war, blieb ich dort und versuchte, noch ein, zwei andere Bildausschnitte. So entstand das Titelbild des Beitrags und auch das folgende Bild:

Mit etwas mehr Herbst im Bild: RE 10914 nach Aachen mit einer Doppeltraktion Talent 2.

Und die Front eines solchen Talentes passt genau in die Baumlücke. Links im Hintergrund die Siegburg (Abtei Michaelsberg).

Jetzt verließ ich aber die Burg wirklich, bis zum nächsten planmäßigen Zug  lag etwas Zeit. Und so wollte ich eigentlich erst zu dem besagten Bahnübergang, musste dann aber feststellen, dass der von meiner Siegseite aus gar nicht erreichbar war. Also gleich nach Merten (Sieg). Der Mertener Tunnel wäre ja mal interessant, aber zumindest das Westportal ist dafür unzugänglich (zumindest, wenn man „helle“ Fotos bevorzugt). Also zum Bahnhof, und nach nur kurzer Wartezeit kam was zum Nachschießen:

DB 423 754 am Ende der S12 nach Düren in Merten (Sieg).

Die S-Bahn nach Au (Sieg) hatte ich auf der Fahrt nach und durch Merten verpasst, nächster Zug sollte der RE nach Siegen sein. Bestimmt wieder eine Talent-2-Doppeltraktion, und von denen hab ich noch nicht so viele Bilder. Das Ostportal des Tunnels könnte doch im Licht sein, und irgendwie konnte ich mich an einen Fußweg entlang der Bahnstrecke erinnern…

Aber als ich dann kurz hinter Merten wieder von der Siegtalstraße Richtung Campingplatz abbog, musste ich feststellen, dass ich mich wohl doch getäuscht hatte. Vielleicht auch nicht, aber es war mir für den RE zu knapp, um das näher zu ergründen. Also fuhr ich weiter nach Eitorf, da muss sich doch was finden lassen…

In Eitorf verläuft die Straße „Im Sande“ nicht im Sand, sondern entlang der Siegstrecke. Diese verläuft etwas erhöht, und die Züge sind nicht mehr allzu schnell, da es bis zum Bahnhof Eitorf nicht weit ist. Und so sind auch die beiden Talent 2 des RE9 mit DB 442 759 am Ende schon im „Anbremsen“ des Bahnhofs.
Und der Flinkster durfte sich auch noch mit ins Bild mogeln, ich musste extra noch was zurücksetzen, damit auch die Front einigermaßen Licht abbekommt…

Wie schon geschrieben kreuzen die Züge des RE9 in Eitorf, und so folgt auf den Zug Richtung Siegen direkt der Zug Richtung Aachen. Ich bin nun wieder vor Richtung Auto gegangen, noch halb den Damm hoch und schon kam der Rhein-Sieg-Express mit dem einzigen planmäßigen Dosto-Umlauf. Dieser sollte eigentlich mit einer Regio-120 bespannt sein, da diese das aber nicht wollen, kommen inzwischen 111er zum Zuge.

Nun hatte ich mich sattgesehen von der (Not-)Stelle, also ging es weiter. Als nächstes hoffte ich eigentlich auf einen Güterzug, denn der mir vorliegende Fahrplan von 2011 weist einen solchen für Samstags gegen etwa 14:30 Uhr aus. Da es bis dahin nicht mehr lang hin ist, wollte ich keine Experimente wagen (es gibt nach dem alten Fahrplan nur zwei Güterzüge samstags) und machte schon kurz nach dem losfahren wieder Halt, diesmal am Bahnhof von Eitorf. Hinter dem Bahnhof fand eine kleine Jugend-BMX-Festivalveranstaltung statt, mehr habe ich nicht darüber herausbekommen.

Der Güterzug kam nicht, und die nächste S12 Richtung Düren erlöste mich dann von der Musik, die nicht so ganz meinem Geschmack entsprach:

DB 423 542 fährt in Eitorf ein. Die Laubfärbung hübscht auch weniger schöne Bahnhöfe auf.

Güterzugexperimente sind nicht so meins, die Musik trieb mich auch so langsam weg, also ging es weiter. Herchen war der nächste sichere Anlaufpunkt, sollte sich davor noch was ergeben, umso besser. Hätte sich vielleicht auch, aber da ich auf der Landstraße nicht zum Schleicher werden wollte und alleine war, waren so viele Seitenblicke Richtung Bahnstrecke nicht möglich. In Stromberg kreuzt die Straße zweimal die Bahnstrecke, unterfährt sie aber zwei Mal in einer engen Unterführung. Und so war der nächste Halt tatsächlich der Bahnhof Herchen:

Kein Güterzug, dafür aber der nächste RE9 stand an. Und der kam mit einer Ersatzgarnitur, bis vor anderthalb Jahren waren diese alten Dosto-Garnituren noch planmäßig hier unterwegs.
Leider kann man das schöne Bahnhofsgebäude aufgrund eines hohen Funkmasts (warum baut man die ins Tal?) nicht komplett ins Bild nehmen.

Auf Herchen folgt (mal wieder) eine Siegbrücke und danach der 370 Meter lange Tunnel Herchen. Hier gibts tatsächlich einen Fußweg über die Sieg neben der Brücke, und so entstanden zwei S-Bahn-Bilder:

Zunächst DB 423 790 Richtung Au (Sieg). Das Tunnelportal wird gerade durch den Zug verdeckt.

In die Gegenrichtung kommt DB 423 699. Und vom Brückenkopf aus bekommt man auch das Tunnelportal sichtbar in den Hintergrund.

Zwischen beiden Bildern liegen nur etwa zehn Minuten, aber man erkennt, was in der Zwischenzeit am Himmel geschah: Eine Siff-Schmodder-Wolkenschicht zog von Westen her ins Siegtal hinein und hatte sich nun schon bis nach Herchen vorgekämpft. Das machte das Fotografieren nicht angenehmer, im Gegenteil…

Also musste Farbe ins Bild, möglichst kräftiger als die Laubfärbung. Und da kommt der Bahnhof Schladern (Sieg) ins Spiel. Wie ich vorher mitbekommen hatte, leuchtet der in schönem kräfigen Rot. Also nix wie hin! Dattenfeld war noch dazwischen, war aber nix was mich begeisterte.

Leuchtend rot, und sogar geöffnet: der Bahnhof in Schladern (Sieg). Einfahrender Zug: S12 mit DB 423 790 Richtung Düren.

So wurde das nichts mehr, zu dem Siff kam noch die einsetzende Dämmerung. Aber in Au (Sieg) wollte ich nochmal vorbeischauen, und Vectus, die dort auf der Oberwesterwaldbahn zugange sind, überraschte mich etwas:

Vectus VT 128, ein von der HLB übernommener Bombardier/ADtranz GTW, erreicht seinen Endbahnhof Au (Sieg).

Es wurde finster, und der Himmel ließ keine Erinnerung an den schönen Sommertag, der nun vergangen war.

Für mich stellte sich nun die Frage: Wie zurück? Es war gegen halb sechs, das Auto musste um 21 Uhr wieder in Köln stehen. Da ja jeder Kilometer beim Flinkster Geld kostet und auf der Uhr schon um die hundert standen, wollte ich nicht wieder die Sieg entlang fahren, sondern über Altenkirchen und dann die B8 nutzen. In Altenkirchen traf ich dann wieder auf den GTW, für Streckenfotos war es ja schon zu finster, weshalb ich den direktesten Weg zwischen Au und Altenkirchen wählte. Am Bahnhof gabs dann noch ein Treffen mit einem LINT 41 der Vectus, anschließend wurde die Pizzeria in der Bahnhofstraße aufgesucht – sehr lecker!

Nun war es finster, über die B8 ging es nun nach Köln. Überpünktlich stellte ich den DS3 zurück, und bis zur nächsten heimwärts fahrenden 18 blieb noch etwas Zeit. Aufgrund eines Brückeneinhubs an der Severinstraße werden dieses Wochenende ja die Kölner Linien 3 und 4 getrennt, und die 3 wird nach Klettenberg abgeleitet. Kölner K5000 gibt es ja auf der Luxemburger Straße nicht allzu oft zu sehen, also holte ich die Kamera nochmal raus, aber:

Kein K5000 kam. Dafür mit KVB 2201 auch etwas Besonderes, denn als einer der beiden B80D-Prototypen unterscheidet er sich doch in einigen Punkten von den Serienwagen.

Und so ging es dann im Bonner 93er gen zu Hause…

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Kommentare
  1. Zierold sagt:

    Spitzenmäßig wie immer!!! Tolle (Herbst) und Bahnfotos und super Kommentar!!!weiter sooooo!!!

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