Bündner Herbst 2013 – III

Veröffentlicht: 26. Dezember 2013 in Eisenbahn
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Mit nur kurzem Abstand zum zweiten soll nun auch der dritte und letzte Teil des Graubünden-Berichts folgen. Er handelt von den letzten vier Tagen des Urlaubs, ist aber aufgrund des Wanderns etwas textlastiger, da jeweils weniger Bilder entstanden.

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15.10.2013 – Große Runde mit lange nur geringem Erfolg

Nachdem der gestrige Tag im Großen und Ganzen mal wieder mit der Beschau der einschlägigen Wetterberichte geendet hatte, war für heute eigentlich alles „geritzt“. Um 08:14 Uhr verlässt der Bernina Express den Bahnhof Davos Platz, dessen führender Allegra-Triebwagen im Gegensatz zu den angehängten Panoramawagen zuschlagsfrei benutzt werden konnte. Um diesen zu nutzen, ging es früh raus, und auch beim Frühstück musste ich mich etwas sputen, öffnete das Buffet doch erst um halb acht. Aber das hat alles gut geklappt, sodass ich zehn nach acht am Bahnsteig war und mir in Ruhe einen eigenen Vierer im Allegra heraussuchen konnte.

Und dieser war – im Gegensatz zu meinen Erwartungen – nicht sonderlich gut ausgelastet. Naja, die Urlaubszeit war schon fast zu Ende, und da der Zug erst wieder in Samedan, auf der anderen Seite des Albulapasses hält, ist er für die „Einheimischen“ wahrscheinlich nicht sonderlich attraktiv. Ich dagegen konnte die Fahrt durch die wunderschöne Morgenkulisse genießen. Die Berge schon in der Sonne, unten im Tal hingen die Wolken – das muss man mit eigenen Augen gesehen haben! In Spinas wäre ich gerne ausgestiegen, die Sonne, goldgelbe Lärchen (von denen es auf der anderen Seite des Albulapasses noch nur wenige gibt) und gespenstischer Nebel, durch den sich nach dem Bernina Express ja noch weitere Züge kämpfen mussten. Die Bilder wären sicher toll geworden. Die erste sinnvolle Gelegenheit zum Ausstieg bot sich in St Moritz, wo das Umsetzen des Triebwagens beobachtet werden konnte:

Mit demselben fuhr ich bis Poschiavo – und beim Blick Richtung oben und Bernina zweifelte ich an meinem Plan: dicke Wolken quollen vom Bernina in Richtung Engadin. Ein Rauffahren hätte sich nicht gelohnt. Aber auch im Engadin war es grau – so macht das natürlich keinen Spaß! Im Urlaub bitte kein schlechtes Wetter! Wenigstens waren die Lärchen in Poschiavo schon schön golden:

Ge 6/6 II 704 mit ihrem (sehr kurzen) Güterzug bei der Einfahrt in den Bahnhof von Pontresina.

Ge 6/6 II 704 mit ihrem (sehr kurzen) Güterzug bei der Einfahrt in den Bahnhof von Pontresina.

Auf dem von St. Moritz kommenden Gleis folgt der Regio nach Tirano.

Auf dem von St. Moritz kommenden Gleis folgt der Regio nach Tirano.

Und (wegen des Steuerwagens) ganz hinten folgt der in Pontresina endende und wendende Engadin-Regio, den ich am Bahnhof bis zum Ende der nur kurzen Wendezeit wieder erreichen musste.

Und (wegen des Steuerwagens) ganz hinten folgt der in Pontresina endende und wendende Engadin-Regio, den ich am Bahnhof bis zum Ende der nur kurzen Wendezeit wieder erreichen musste.

In Richtung Unterengadin meinte ich ein großes blaues Loch auszumachen, wollte aber eigentlich nochmal hoch nach Spinas, vielleicht wäre die schöne Stimmung noch vorhanden. Und da verhedderte ich mich mit der Haltepolitik der RhB, denn ich stieg erst in Bever aus. Die Züge nach Chur halten dort aber nicht, wie ich erst nach Abfahrt des Regio nach Scuol-Tarasp feststellte. Argh! Und in Bever wars grau, keine vernünftige Fotomöglichkeit – also musste ich hier eine Stunde lang ausharren. Eine verschenkte Stunde, bis auf die paar Notbilder:

Regio-Express nach Chur bei der DURCHFAHRT durch den Verzweigebahnhof Bever...

Regio-Express nach Chur bei der DURCHFAHRT durch den Verzweigebahnhof Bever…

Auch die HCD-Lok fährt durch - diesmal in die Gegenrichtung.

Auch die HCD-Lok fährt durch – diesmal in die Gegenrichtung.

Dagegen kam der steuerwagenlose Engadin-Pendel zum Stehen.

Dagegen kam der steuerwagenlose Engadin-Pendel zum Stehen.

Mit dem nächsten Regio fuhr ich weiter bis ins Unterengadin. Derweil hatte sich das blaue Loch natürlich ins Val Mustair oder nach Buxtehude verzogen. Was tun? In Sagliains wechselte ich auf die Vereinastrecke. Der Tunnel fehlt noch in der RhB-Sammlung, und wenn man schon keine Bilder machen kann, dann kann man mit dem Swiss Pass ja wenigstens Zug fahren. Und das geht, gesamtschweizerisch betrachtet, ja erst wieder in Landquart.

Doch ich wurde auf dem Weg dahin aufgehalten. Über dem Prättigau gab es nämlich ebenfalls ein blaues Loch, welches etwas Sonne versprach. Da ich auf der Strecke bisher nur im Dunkeln unterwegs war, begann nun die Stellensuche. Fündig wurde ich in Schiers, und trotz dass hier beim nächsten Zug die Sonne hinter dem Berg verschwunden waren, entstanden einige nette Bilder:

Die Abfall-Ge 4/4 III mit ihrem Regio nach Davos in der Nähe des Bahnhofs Schiers.

Die Abfall-Ge 4/4 III mit ihrem Regio nach Davos in der Nähe von Schiers.

Etwas näher am Ort kam dann noch Ge 6/6 II 702 mit ihrem Güterzug vorbei.

Etwas näher am Ort kam dann noch Ge 6/6 II 702 mit ihrem Güterzug vorbei.

Richtig sonnig wurde es dann weiter unten bei Malans. Toll, die Landschaft, die Färbung und der doch reichhaltige Zugverkehr:

Den Anfang macht eine ältere S-Bahn-Komposition auf der Fahrt ins Prättigau.

Den Anfang macht eine ältere S-Bahn-Komposition auf der Fahrt ins Prättigau.

Die selbe Garnitur etwas später auf der Rückfahrt.

Die selbe Garnitur etwas später auf der Rückfahrt.

Und nochmal in die andere Richtung...

Und nochmal in die andere Richtung…

Von Landquart folgt nun ein wagentechnisch etwas durcheinandergeratener Regio-Express nach Davos...

Von Landquart folgt nun ein wagentechnisch etwas durcheinandergeratener Regio-Express nach Davos…

Und auf dem Fuß folgt der durch den Vereina-Tunnel fahrende Regio-Express nach Scuol-Tarasp.

Und auf dem Fuß folgt der durch den Vereina-Tunnel fahrende Regio-Express nach Scuol-Tarasp.

Auch der Gegenzug lässt nicht lange auf sich warten.

Auch der Gegenzug lässt nicht lange auf sich warten.

Ganz zum Abschluss ein Stammnetz-Allegra als S1 - bei dem Bild ärgere ich mich noch heute, dass ich dem Berg die Spitze genommen hab...

Ganz zum Abschluss ein Stammnetz-Allegra als S1 – bei dem Bild ärgere ich mich noch heute, dass ich dem Berg die Spitze genommen hab…

Weitere Zugfahrten ab Landquart hätten sich nun nicht mehr gelohnt. Einerseits zogen durch das Rheintal von Norden her doch wieder dickere Wolken hinein, andererseits war die verbleibende Sonne nun endgültig hinter den Bergen verschwunden. Dafür nutzte ich nun die Gelegenheit, Streckenkunde zwischen Landquart und Chur zu betreiben. Das Resultat: Viel Industrie, viele verschiedene Verkehrswege, aber keine wirklich guten Fotomöglichkeiten. Und so kam ich zu einer Zeit in Davos an, wo es zum Abendessen eigentlich noch etwas früh war, sich weitere Unternehmungen jedoch von selbst verboten. Also nutzte ich nochmal das Migros-Angebot, im Migros-Restaurant nach 17 Uhr günstig zu essen. Heute gabs OLMA-Bratwurst mit Pommes und Zwiebelsauce – gestern war besser.

Wie nun zurück? Ich hatte mir zwei Möglichkeiten ausgeguckt: entweder wieder kurz vor der vollen Stunde nach Filisur und dann umsteigen nach Davos oder gegen zwanzig nach mit dem Rheintal-Express der SBB nach Landquart und dann über Klosters nach Davos. Ich entschied mich beim Gang über das Postautoterminal für Variante drei: mit dem Postauto über Churwalden und Lenzerheide nach Davos. Mal ganz was anderes, hier fährt (zumindest zwischen Chur und Davos Wiesen) keine Bahn, die Landschaft ist dennoch sehr interessant. Und so war ich, nach einem kurzen Zwischenstopp im Coop pronto, um kurz vor acht wieder im Hotel. Auch gut! Da blieb noch Zeit, die Bilder der Tage auf den Rechner zu ziehen und noch etwas fernzusehen.

Für morgen ist sich der Wetterbericht mal wieder einig: Val Poschiavo lohnt sich!

16.10.2013 – Lange Fahrt, schöne Bilder

Eins vorab: der gestrige Wetterbericht hatte absolut recht. Und da ich schon gestern genau davon überzeugt war, plante ich auch heute wieder den Bernina Express um 08:14 Uhr ab Davos ein. Wie weit ich fahren würde, wollte ich mir noch überlegen, aber über den Bernina sollte es schon gehen. Und so konnte ich dann heute, nachdem ich gestern schon meine „Albula-Premiere“ hatte, meine „Bernina-Premiere“ feiern – und dabei auch nach Fotostellen und Wandermöglichkeiten für morgen Ausschau halten. Denn auch morgen soll es am Bernina sonnig werden, und da will ich mich dann dem Verkehr am Pass widmen.

Nachdem ich die verschneiten Wanderwege am Bernina gesucht und für den Moment auch gefunden hatte, bestaunte ich den eindrucksvollen Abstieg ins Val Poschiavo. Und natürlich die Sonne, die weit und breit allein, ohne störende Wölkchen, den Himmel ziert. Beflügelt von diesem Ausblick verließ ich nach drei Stunden Fahrzeit in Poschiavo den Bernina Express. Und so entstanden um viertel zwölf die ersten Eisenbahn-Bilder des Tages:

"Mein" Bernina-Express passiert die Werkstatthalle der RhB in Poschiavo.

„Mein“ Bernina-Express passiert die Werkstatthalle der RhB in Poschiavo.

Knuffige abgestellte Dienstfahrzeuge im Bahnhof von Poschiavo.

Knuffige abgestellte Dienstfahrzeuge im Bahnhof von Poschiavo.

Auf dem Weg zur während der Anfahrt gesehenen Fotostelle oberhalb des 3500 Einwohner zählenden Poschiavo.

Auf dem Weg zur während der Anfahrt gesehenen Fotostelle oberhalb des 3500 Einwohner zählenden Poschiavo.

Mein Lieblingsbild der gesamten Graubündentour: Allegra-ABe 8/12 3513 mit seinem Bernina-Express oberhalb von Poschiavo.

Mein Lieblingsbild der gesamten Graubündentour: Allegra-ABe 8/12 3513 mit seinem Bernina-Express oberhalb von Poschiavo.

Der etwas weiter gefasste Blick wird durch Allegra-3512 bereichert.

Der etwas weiter gefasste Blick wird durch Allegra-3512 bereichert.

Ein schöner, entspannter „Spätstart“. Ich ruhte mich vom langen Sitzen noch etwas auf einer Bank mit Blick ins Val Poschiavo aus, bevor ich mich rechtzeitig zum gegen halb zwei gen Süden fahrenden Zug, mit einem Umweg durchs Ortszentrum zum Bahnhof begab. Dort am Bahnhof stand die neue Schneeschleuder der RhB schön im Licht:

Am heutigen Tag war sie sicher schwer beschäftigt: Xrotmt 954 mit Gem 4/4 802 im Bahnhof von Poschiavo.

Am heutigen Tag war sie sicher schwer beschäftigt: Xrotmt 954 mit Gem 4/4 802 im Bahnhof von Poschiavo.

Den folgenden Zug nutzte ich dann bis nach Brusio, wo für mich der berühmte Kreisviadukt auf dem Plan stand. Den Weg dahin fand ich vom Bahnhof aus recht einfach, immer der Nationalstraße 29 Richtung Tirano folgen und dann, wenn man quasi neben dem Kreisviadukt steht, links einen Feldweg nutzen. Einer Tafel konnte man entnehmen, dass neben den regulären Regios auch zwei bergfahrende Bernina Express-Züge auf dem Plan standen. Der erste kam direkt, sodass mir nur die Möglichkeit blieb, mich im Viadukt aufzustellen. Aber das war nichts. Aber ein BEX blieb ja noch übrig und dann ein Talfahrer. Und beim BEX hoffte ich auf das ABe 4/4 II-Pärchen, welches ich vormittags mit einem BEX nach Tirano gesichtet hatte:

Der berühmte Kreisviadukt von Brusio mit einem bergwärts fahrenden Bernina-Express.

Der berühmte Kreisviadukt von Brusio mit einem bergwärts fahrenden Bernina-Express.

Die beiden kleinen Bernina-Triebwägelchen ABe 4/4 III 51 und 52 hatten einen Bernina-Express nach Tirano begleitet und sind nun allein bergwärts unterwegs.

Die beiden kleinen Bernina-Triebwägelchen ABe 4/4 III 51 und 52 hatten einen Bernina-Express nach Tirano begleitet und sind nun allein bergwärts unterwegs.

Nochmal das knuffige Pärchen auf dem Kreisviadukt.

Nochmal das knuffige Pärchen auf dem Kreisviadukt.

Nach Kreuzung im Bahnhof Brusio ist der talwärts fahrende Allegra-3504 mit seinem Regio das nächste Motiv.

Nach Kreuzung im Bahnhof Brusio ist der talwärts fahrende Allegra-3504 mit seinem Regio das nächste Motiv.

Letzte Motivvariation am Kreisviadukt: die Ausfahrt des eben gesehenen Regio in Richtung Campascio.

Letzte Motivvariation am Kreisviadukt: die Ausfahrt des eben gesehenen Regio in Richtung Campascio.

Ein Bergfahrer kam dann aber doch noch und wurde aus etwas tieferer Position verweigt werden.

Ein Bergfahrer kam dann aber doch noch und wurde aus etwas tieferer Position verweigt werden.

Hm, das waren die zwei Stationen im Val Poschiavo. Was nun? Das Puschlav lag nun im Schatten, sonst wären die Ortsdurchfahrten in Sant’Antonio und Le Prese noch ein Ziel gewesen. So aber blieb nur die Rückfahrt gen St. Moritz. Vielleicht wäre auf dem Bernina noch Sonne. Da der nächste Zug erst in einer Stunde fahren sollte, lief ich ihm etwas entgegen. Am Ende war ich in Campocologno, den schweizerischen Grenzort, angekommen, wo kurz nach mir auch der Regio nach St. Moritz eintraf. Ihn verließ ich dann erst wieder in Ospizio Bernina, dem höchsten Punkt der Strecke. Auch hier lag bereits alles im Schatten, aber vielleicht könnte man hier etwas essen? Zeitlich passt es dann nämlich nicht mehr, und erst halb zehn wäre ich in Davos. Und tatsächlich, an der Passstraße wurde ich gegenüber dem Hospiz fündig. Spaghetti Bolognese und Rivella für 20 CHF! Eine Stunde später fuhr der nächste Regio nach St. Moritz ein. In diesem fuhr ich bis zum Endpunkt durch und schaute mir noch den Bahnhof in St. Moritz an. Der Ort ansonsten war, zumindest was man vom Bahnhof aus sehen konnte, so gut wie ausgestorben! Und entsprechend hatte ich meinen Albula-Regio und dann auch den Anschlusszug nach Filisur so gut wie für mich alleine – Sommerende halt!

17.10.2013 – Wandertag am Bernina

Der Plan für den heutigen letzten Swiss-Pass-Tag stand schon länger fest, war doch für heute schon die gesamte Woche über bestes Wetter angekündigt: Heute war Bernina-Tag!

Und der Bernina-Tag muss natürlich, wie die letzten beiden Tage auch, mit dem Bernina Express anfangen. Wieder wurde dieser um 08:14 Uhr in Davos Platz bestiegen, ausgestiegen bin ich dann über zwei Stunden später auf dem „Dach der RhB“, in Ospizio Bernina. Auch eine so spannende Strecke wie die Albulastrecke verliert irgendwann beim Mitfahren ihren Reiz, und so verlängerte ich die Nachtruhe noch etwas in die Zugfahrt hinein…

Spätestens ab St. Moritz war ich dann aber hellwach, wollte ich mir doch nochmal das sehr eigene Umsetzmanöver und anschließend die Berninastrecke genauer anschauen. Und dieses Umsetzmanöver (mit Fahrgästen im Zug) hat es durchaus in sich: Aus Samedan kommt ein Allegra-Triebwagen mit den Bernina-Express-Panoramawagen in St. Moritz an. Der Allegra-Triebwagen wird von den Panoramawagen abgekuppelt, umfährt diese und bekommt sie dann wieder hinten angekuppelt. Soweit, so gut – das ist noch nichts Besonderes. Da aber die Berninabahn „dummerweise“ anderselektrifiziert ist als das RhB-Stammnetz, kann die Komposition nun aber nicht einfach ausfahren, denn von Gleis 3, auf dem sich der Zug jetzt befindet, kommt man nicht auf die Berninabahn. Also geht es jetzt rückwärts in die Gleise, die eigentlich mal der Weiterführung Richtung Maloja dienen sollten, um jetzt in den Berninateil des Bahnhofs zu gelangen und in Richtung Bernina auszufahren. Sehr originell!

Nun kann es endlich weitergehen in Richtung Bernina. Nach zehnminütigem Aufenthalt in Pontresina konnte ich endlich die atemberaubende Bergwelt des Bernina bestaunen und auf dem höchsten Punkt der Strecke, in Ospizio Bernina aussteigen. Wie windig es da oben war, ist auf dem Bild vom nachfolgenden Regio nicht zu sehen:

Regio-Express nach St. Moritz am Ufer des Lago Bianco.

Regio-Express nach St. Moritz am Ufer des Lago Bianco.

Und der Gegenzug auf der Fahrt nach Tirano.

Und der Gegenzug auf der Fahrt nach Tirano.

Nur das mit dem Wandern hatte ich mir hier oben etwas anders vorgestellt. Einen gangbaren Weg zum See in Richtung Alp Grüm fand ich nicht, ich hätte weiter oben abbiegen müssen. Richtung Norden ging auch nicht, da war alles zugeschneit. Hm, was jetzt? Fahren wir mal weiter, nach Alp Grüm. Wandern wollte ich sowieso eher nachmittags an der Nordseite, da hatte ich aus dem Zug heraus einen netten Weg zwischen Lagalb und Suot gesehen. Auch in Alp Grüm fand ich das Wandern im Schnee etwas mühselig und langwierig, sodass nur an der Station selbst zwei Bilder entstanden sind:

Allegra-Triebwagen 3507 mit dem Regio nach Tirano in Alp Grüm.

Allegra-Triebwagen 3507 mit dem Regio nach Tirano in Alp Grüm.

An dem von den kleinen Triebwagen gezogenen Bernina-Express hing heute unter anderem der ABe 4/4 III Nr. 55.

An dem von den kleinen Triebwagen gezogenen Bernina-Express hing heute unter anderem der ABe 4/4 III Nr. 55.

Jetzt aber auf die Nordseite, das Licht sollte für meinen Wanderweg tatsächlich passen. Und so stieg ich in Lagalb aus und wanderte, zunächst auf der anderen Seite des Berninabachs, ab Diavolezza dann neben der Bahnstrecke bis nach Suot. Welch Panorama, welch Natur! Das ist Urlaub! Ach ja, ein paar Züge sind mir auch noch vor die Linse gekommen:

Talwärts fahrender Regio in der Station Bernina Lagalb.

Talwärts fahrender Regio in der Station Bernina Lagalb.

Und für den Bergfahrer bildete der Piz Alv das Motiv.

Und für den Bergfahrer bildete der Piz Alv das Motiv.

In Bernina Lagalb kreuzten die beiden Züge, und so ist jetzt nocheinmal der talfahrende Allegra auf der Hochebene der Bernina-Nordseite zu sehen.

In Bernina Lagalb kreuzten die beiden Züge, und so ist jetzt nocheinmal der talfahrende Allegra auf der Hochebene der Bernina-Nordseite zu sehen.

Ein ganzes Stück (innerhalb einer Stunde wandert man ja schon ein Stück) weiter sind nun schon die Berninahäuser an der gleichnamigen Station Bernina Suot zu sehen. Erneut ist ein Allegra als Regio unterwegs.

Ein ganzes Stück (innerhalb einer Stunde wandert man ja schon ein Stück) weiter sind nun schon die Berninahäuser an der gleichnamigen Station Bernina Suot zu sehen. Erneut ist ein Allegra als Regio unterwegs.

Und auch er kreuzte in Bernina Lagalb, sodass bis zum Gegenzug nicht mehr viel Zeit verging. Vom Standort des vorigen Bildes brauchte ich mich auch nur etwas nach rechts drehen, um Allegra-3504 zu fotografieren.

Und auch er kreuzte in Bernina Lagalb, sodass bis zum Gegenzug nicht mehr viel Zeit verging. Vom Standort des vorigen Bildes brauchte ich mich auch nur etwas nach rechts drehen, um Allegra-3504 zu fotografieren.

Den Abschluss der Wanderung bildete ein Foto des in Bernina Suot abgestellten Turmtriebwagens Xmf 4/4 9919.

Den Abschluss der Wanderung bildete ein Foto des in Bernina Suot abgestellten Turmtriebwagens Xmf 4/4 9919.

Kurz nach drei war ich in Suot, und mal wieder war fraglich, was man noch machen könnte. Als halb vier der Regio talwärts fuhr, hatten die Schatten schon fast den Grund der Hochebene erreicht. Vielleicht im Morteratsch-Tal? Der Spazierweg in Richtung Pontresina sah sehr vielversprechend aus, aber – er und die Bahnstrecke lagen nicht mehr in der Sonne. Also weiter nach Pontresina, wo es aber auch nicht viel besser aussah.

Im Engadin kannte ich keine Fotostellen, zumal ich die auf der Südwestseite hängenden Steuerwagen nicht übermäßig attraktiv finde. Vielleicht würde der Bergünerstein noch in der Sonne liegen? Mal schauen, meine Richtung ist es ja sowieso. Nach Umstieg in Samedan überquerte ich wieder den Albulapass, um zu sehen, dass es auch in Bergün schon dunkel war. Aber Filisur – eventuell mal an die Nordaussicht des Landwasserviaduktes? Die Idee war an sich nicht schlecht, und so lief ich mal los. Ein Glacier Express und ein Güterzug südwärts sowie ein Bernina Express nordwärts fuhren an mir vorbei – und als es gerade steil durch den Wald gehen sollte, begann ich an meinem Vorhaben zu zweifeln. Die Wegzeit war in Filisur mit 60 Minuten angegeben, und gegen fünf bin ich dort losgelaufen. Zum 18-Uhr-Knoten könnte das Licht noch reichen – aber dann im Dunkeln hier durch den Wald? Ich lief zurück zum Bahnhof Filisur und stellte (zufrieden) fest, dass das Licht um 18 Uhr nicht mehr gereicht hätte. Richtige Entscheidung!

Und so blieb mir nun nur noch die Rückfahrt nach Davos Platz, eine Runde Einkaufen im Coop und Abendessen inklusive Vernichtung der restlichen Franken. Einheimisch dürfte es heute doch mal sein, nicht unbedingt schon wieder italienisch. Und genau das bot mir in unmittelbarer Hotelnähe das Pöstli Corner: Monsteiner Rösti mit Kotelette vom Monsteiner Treberschwein und Steinpilzrahmsauce. Und so gut wie es klingt, so gut war es auch! Ein gelungener Ausklang dieses Urlaubs.

Und so bleibt mir jetzt im Hotel, da dieser Reisebericht für heute zu Ende geschrieben ist, nur noch das Packen der Reisetasche. Adé und gute Nacht!

18.10.2013 – Zurück in den „großen Kanton“

Der letzte Tag war nun nur noch ein Reisetag. Eigentlich total blöd und völlig unnötig, ich hatte es mir aber auch anders vorgestellt. Eigentlich wollte ich früh nach Basel fahren und von dort aus abends zurück nach Köln fahren – es hätte ruhig spät werden können, denn Samstag früh stand nichts weiter an. In der Zwischenzeit hätten dann Basel und seine Straßenbahnen auf dem Programm gestanden. Und dann war es drei Monate vor der Reise, und ich „Depp“ buchte für die Hin- und Rückreise die durchgehende Fahrt im Eurocity als Europa-Spezial. Hm, also musste ich mich damit abfinden, bereits um kurz vor fünf in Bonn anzukommen, denn nochmal kostenpflichtig umbuchen wollte ich dann halt auch nicht. Naja, dann bin ich halt früh zuhause und hab noch etwas vom Abend…

RE 1020 Davos Platz (±0) – Landquart (+4)

Um den RegioExpress um 08:02 Uhr ab Davos Platz zu schaffen, musste ich das Frühstücksbuffet etwas früher entern. Das war kein Problem, offiziell gab es Frühstück ja ab halb acht, da das Hotel aber auch Bauarbeiter und Monteure beherbergte, konnte man auch schon früher frühstücken.

Am Bahnhof angekommen, war ich dann doch etwas verwundert, sah ich doch zum ersten Mal in diesem Urlaub die eigentliche Stammkomposition auf der Landquart-Davos-Strecke: einen ABe 8/12 „Allegra“ mit einigen Zusatzwagen. Während des gesamten Urlaubs waren diese Züge ja zumeist aus Ge 4/4 II oder III mit Reisezugwagen (und teilweise Steuerwagen mittendrin) gebildet. Diese heutige Zugbildung hatte nun für mich mit Gepäck natürlich den Vorteil, dass ich den bequemen Niederflureinstieg nutzen konnte – und auch sonst sind die Allegras irgendwie geräumiger als die Reisezugwagen.

In Klosters dauerte die Kreuzung etwas länger als im Fahrplan angegeben, und so kamen wir mit leichter Verspätung in Landquart an. Da konnte man wenigstens noch etwas länger die schöne Landschaft des Prättigau genießen – und Zeit für den Umstieg war sowieso genug.

EC 8 Landquart (±0) – Bonn Hbf (±0)

Pünktlich wie in der Schweiz normal kam mein EuroCity in Landquart an, und ich suchte mir anstelle des reservierten Platzes im ausreservierten Wagen 260 einen Platz, wo ich zumindest nach den Reservierungen einen Vierer für mich hatte. Vorbei am Walen- und am Zürichsee ging die Fahrt pünktlich weiter nach Zürich und dann ohne Halt bis nach Basel, wo ja dann die DB übernahm. Und wieder immer entlang des Rheins bis nach Bonn…

 

Ja, es war wirklich eine schöne Zeit in der Schweiz, quasi so wie geplant – bis auf die persönliche Verspätung auf der Hinfahrt. Das Wetter war immer dort gut, wo ich mich gerade befand, was für viele schöne Bilder sorgte. Natürlich wäre manch weiteres Bild drin gewesen, wenn ich ein Auto zur Verfügung gehabt hätte. So brauchte man in Anbetracht eines Stundentaktes immer zwei Stunden für ein Motiv, weil man ja vorher nicht wieder wegkam. Dafür war es durchaus entspannt, Bahn zu fahren. Kein Stress, man konnte auch einfach mal am Bahnhof in Ruhe die Zeit bis zum nächsten Zug abwarten, anstatt mit dem Auto schon wieder zum nächsten Motiv zu hetzen. Dennoch würde ein kommender Urlaub wohl wieder eher mit dem Auto erfolgen – der Bilder wegen…!

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